Protokoll der MV 2012

Protokoll Mitgliederversammlung Verein TALENT Schweiz vom 25/03/2012
im Ref. Kirchgemeindehaus Lenzburg

Protokoll MV 2011

Das Protokoll vom 26. 3. 2011 wurde mit 1 Enthaltung genehmigt.

Jahresbericht 2011

Zum Herunterladen: Jahresbericht 11 GV

Ursula Dold erläuterte den Jahresbericht 2011; er liegt hier gedruckt auf und wird auf der TALENT-Webseite nachzulesen sein. Dazu gab es folgende Hervorhebungen und Ergänzungen:

Zum Thema Regionalgruppen

Petra Samaras berichtet von der Regionalgruppe Baselland; Ursula Staub (ein Gründungsmitglied) von der RG Biel, von welcher heute 4 Mitglieder da sind; Thomas Schlegel von der RG Zug, und Hans Leuenberger von der RG Bodensee.

Zum Thema Vernetzung

Ursula erwähnt die Vernetzungswanderung 2011 auf die Petersinsel von 25. Juni 2011. Dieses Jahr geht es am 16. Juni zu den Giessbachfällen und der Schweibenalp.

Beim SUFO 2011 (Sozial- und Umweltforum Ostschweiz) in St. Gallen hatten wir einen Stand, und Ursula Dold machte einen Workshop zum Thema Komplementäre Währungen. Auch 2012 werden wir in ähnlicher Form dort präsent sein.

Erwähnt wird auch die jährliche eintägige Fachtagung „Tauschforum Schweiz“ im April in Luzern – diesmal am 13. 4. 2012.

Die zu „zürich tauscht“ zusammengeschlossenen 5 in Zürich vertretenen Tauschkreise veranstalten am Samstag, 2. Juni 2012 im Gemeinschaftszentrum Wipkingen einen grossen Tauschmarkt. Der dort ansässige Tauschkreis „Tauschen am Fluss“ feiert dann sein 5-jähriges Jubiläum und organisiert den Markt. TALENT wird mit einem Infostand sowie mit den Marktständen und Probebehandlungen einiger seiner Zürcher Mitglieder anwesend sein. Infos dazu auf www.tauschenamfluss.ch .

TALENT beteiligt sich am Kongress für Integrale Politik, der im Sommer 2012 in Götzis, Österreich, stattfinden wird.

Der Jahresbericht wird einstimmig angenommen.

Jahresrechnung

Ursula Dold erläuterte die Jahresrechnung und beantwortet zusammen mit David Schlatter (Buchhaltung) und Rainer Rieder (Sekretariat) einige Fragen.

Die Rechnung schliesst mit einem Verlust ab. Insgesamt blieben die Ausgaben jedoch unter dem budgetierten Betrag. Vor allem die Spendenbeiträge blieben mit 105.- Fr. deutlcih unter den budgetierten 3000.- Fr.

Charly Aschwanden verliest den Revisionsbericht, den er und Fränzi Schmidt nach Prüfung der Rechnung erstellt haben. Sie empfehlen der Mitgliederversammlung, dem Vorstand Decharge zu erteilen.

Die Jahresrechung wird bei 2 Enthaltungen einstimmig genehmigt.

Wahl Revisoren

Charly Aschwanden gibt sein Amt als Revisor ab. Fränzi Schmidt stellt sich wieder zur Verfügung. Als neuer Revisor wird bei einer Enthaltung einstimmig Thomas Schlegel gewählt. Ursula Dold dankte allen für ihr Engagement.

Talent-Rechnung

Ursula Dold erläuterte die Zusammenstellung der ausgegeben und eingenommenen Talente im 2011. Claudio Graf wünscht, dass ihm die Vergleichszahlen vom Jahr 2010 zugestellt werden.

Rainer Rieder erklärt die Schwankungen von Jahr zu Jahr damit, dass die Kontostände der austretenden Mitglieder gesamthaft 2010 sehr viel höher waren als 2011.

Ursula Dold dankt Rainer Rieder für seine engagierte Arbeit im Sekretariat und David Schlatter für die Buchhaltung.

Paula Iten stellt den Antrag, dass künftig auch die Talent-Abrechnung einem Revisionsprozess unterworfen werden solle. Der Vorstand nimmt diesen Antrag entgegen.

Budget 2012

Der Budgetbetrag von Fr. 200.- Defizitgarantie für den Kongress für Integrale Politik wird diskutiert, weil Rainer Rieder findet, der ideologisch/visionär ausgerichtete Verein für Integrale Politik nütze den Mitgliedern fürs konkrete Tauschen nicht viel. Kleine Diskussion.

Das Budget inkl. deutlich kleinerem Spendenbetrag und umstrittenen Betrag wird bei 6 Enthaltung und mit 2 Gegenstimmen angenommen.

Anträge

Es sind keine Anträge an die Mitgliederversammlung eingegangen.

Varia

Der Wettbewerb für ein Kino-Werbebild lieferte nur ein einziges Bild von Roland Stebler, welches gemäss Jury nicht in der eingereichten Form verwendet werden kann, dessen Idee jedoch aufgegriffen wird. Je nachdem wird später dem Einsender ein Teil des Preises ausgezahlt.

Eine Frage beantwortend, blättert Ursula Dold zur Folie „Verschiedene Zwecke, verschiedene Währungen“ * und zeigt, wo sich Talent zwischen den staatlichen Geldwährungen und den Zeitwährungen befindet.“ *http://www.talent.ch/?page_id=918

Jonas Baier regt an, einmal pro Jahr eine Marktzeitung mit allen Inseraten zusammenzustellen und ausgedruckt (zur Not als PDF-Datei per E-Mail) zu verschicken. Rainer Rieder erwähnt, dass bald eine entsprechende Funktion (CyWeb) in unsere Webseite integriert wird.

Paula Iten regt die Aufnahme gegenseitiger Beziehungen zwischen TALENT und E.M. Schweiz (steht für „Effektive Mikro-Organismen“, www.ig-em.ch ) an.

Claudio Graf propagiert Facebook. Rainer Rieder erwähnt, dass er im Namen von TALENT Schweiz einen Firmen/Vereinseintrag auf www.facebook.com/pages/Talent-Schweiz/188353674595210 eingerichtet hat. Mitglieder mit Facebook-Profil können dort den Like-Knopf drücken.

Jonas Baier liest einen Text, den er zum Thema Tauschen mit Talent geschrieben hat. Der Text ist im Anhang.

Zum Dank an alle sich Einsetzenden verteilt Christine Güttinger Töpfchen mit roten Gänseblümchen und Solarstrom-Vignetten für Mobiltelefone.

Die MV schliesst nach knapp zwei Stunden.

Für das Protokoll: Rainer Rieder

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Anhang:

Gedanken zum Talent als Alternative

Als ich vor knapp zwei Jahren zum Talent stiess, war ich ziemlich begeistert und voller Enthusiasmus. Ich lud Bekannte dazu ein, auch beim Talent mitzumachen. Schnell nahm ich wahr, dass auch viele Andere im Talent wollen, dass es wächst, bzw. seine Mitgliederzahl. Das Talent laufe besser, je mehr dabei seien, je vielfältiger das Angebot sei.

Dann, nach einem guten Jahr, kam ziemliche Ernüchterung bei mir auf. Es wird rappen-bzw. talentgespaltet ; ein Winzer, der schnell zu viele Talente hat, will den Lohn diskussionslos in Franken bezahlen; Anbietende, die einen allfälligen Auftrag erst in zwei Jahren in Angriff nehmen würden ; Guthaben bis 15000 Talente ; die Unmöglichkeit fünf Minuten ruhig mit dem Sekretariat reden zu können und andere Erlebnisse, die ich hatte.

Mir wurde deutlich, dass es im Talent nicht viel anders als in der Realwirtschaft zu- und hergeht : Es geht schluss-endlich um Wachstum, man hat keine Zeit für den anderen, für Gedankenaustausch, man soll Emails schreiben (nur für Informationsaustausch zu brauchen), zuerst sollen die anderen, dann ich…

Wachstum nach innen

Dabei könnte das Talent gerade eben ein Ort sein, wo man andere Ideen, eine andere Einstellung experimentieren kann, wo man den Anderen miteinbeziehen kann. Man kann Dinge tun, die Spass und Sinn machen, anstatt nur Geld einbringen.

Ich sehe deshalb das ganze Potential im Wachstum nach innen. Wo nämlich die endlose Hast nach aussen hinführt, kann jeder mit Leichtigkeit beobachten : Burnout, Isolierung, Depression, Abhängigkeiten. Ich bin z.B. in Kontakt mit einer Person von einem SEL (Tauschnetze in französisch-sprachigen Raum). Sie kann 1 :1 bestätigen, dass je mehr Computer & Internet eingesetzt werden, desto kälter das Klima wird.

Der wahre Austausch

Wo ist das Leben, wenn ich alles gleich habe, aber kein Weg da ist ? Mit Computer/Internet kann ich in Sekunden-schnelle viele Leute erreichen, ihnen Informationen zukommen lassen (zusätzlich zur allgemeinen Informations-schwemme). Aber weiss ich überhaupt, wie der Andere tickt ? Kann er meine Nachricht zum jetzigen Zeitpunkt aufnehmen ?

Die beste Begegnung ist immer das persönliche Treffen. Aber schon am Festnetz-Telefon höre ich die Stimme des An-deren, höre, was los ist. Persönlich oder am Telefon kann man Gedanken rüberbringen. Viele werden sich gegen diese Behauptung auflehnen, aber über Internet ist das Weitergeben von Gedanken nur sehr beschränkt möglich. Man kann froh sein, wenn der andere schon nur die Hälfte meines Textes wahrgenommen hat, von Gedanken nicht zu reden.

Genauso ist es mit dem Wunsch nach Mitglieder-Wachstum. Auch hier gehört der Weg genauso dazu wie das Ziel selbst. Was für menschliche Qualitäten kann ich persönlich ins Talent einbringen ? Wo kann ich mich verbessern ? Wo kann ich meine eigenen Grenzen/Horizonte erweitern ? Weiss ich überhaupt, wie das normale Geld funktioniert ? Was ist beim Talent anders ?

Wie funktioniert Geld ?

Wichtig zu verstehen ist zum Beispiel, dass sich jedes Talentguthaben wie Geld unter der Matratze verhält. Es wird nicht automatisch anderen ausgeliehen, wie dies bei einem Konto einer ehrlichen Bank der Fall ist. Auch wenn dafür keine (Zinses-)Zinsen bezahlt werden müssen, so gibt es doch für jedes positive Guthaben ein genauso hohes Negativ-Guthaben. Hohe positive Guthaben, die nicht abgebaut werden, blockieren somit den Austausch zwischen anderen Mitgliedern. Denn bei 400, 500 im Minus, spätestens bei der Negativgrenze, gibt man nichts mehr aus. Die Umlaufsicherung hat hier einen sichtbar schwachen Einfluss.

Mein Vorschlag : Anstatt immer zu hoffen, dass noch viele weitere Mitglieder dazukommen, könnte man bei gezielten Gelegenheiten vom Talent erzählen, bzw. es anbieten : Im Falle eines eigenen Betriebes einen Teil des Lohnes direkt in Talent ausbezahlen; dem Schreiner, auf dem Markt, dem Waldorflehrer davon erzählen.

Und wichtig : Die eigenen Talente ausgeben oder sie ausleihen. Auch dies muss gesagt sein, dass man Talente ausleihen kann für z.B. einen Umbau oder andere grössere Investitionen. Dies schafft Vertrauen, Kontakte und Lebensfreude, was am ehesten neue Mitglieder anzieht.

Talent-Anlass

Ursula Dold und ich organisieren gerne eine Werkstatt oder einen Vortrag für jene die mehr über das Geld wissen möchten oder Dritte zu einem solchen Anlass mitnehmen möchten, bzw. den Anlass mit ihrer Anwesenheit unterstützen möchten. Es kann nur ein Vortrag sein, wie auch ein ganzer Spielnachmittag. Interessierte melden sich bei mir : 032 322 67 34 (bis 23h).

Zu einem neuen Geld auch ein neuer Geist ! Besten Dank für deine Aufmerksamkeit !

Herzliche Grüsse,

Jonas Baier