Protokoll der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom 21. 6. 2013

Protokoll der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom 21. 6. 2013 in Zürich

Ort: Erkerzimmer von „Karl der Grosse“, Kirchgasse 14, 8001 Zürich

Vom Vorstand hat sich David Schlatter entschuldigt.
Petra Samaras wird als Stimmenzählerin gewählt.

Zu Beginn sind inkl. Stimmvertretungen total 16 Stimmen anwesend, in der Hälfte (nach erfolgter Abstimmung über Antrag 3 von Andreas Rudin) kommen 2 weitere stimmberechtigte Mitglieder hinzu.

Bereits zu Beginn äussert Andreas Rudin seine (von jener des Vorstands abweichende) Meinung über den Zweck dieser ausserordentlichen Mitgliederversammlung. Vorgesehen ist lediglich die Behandung jener Anträge, für welche am 13. 4. 2013 keine Zeit mehr war. Dies wurde auch genau so formuliert in der Einladung des Vorstands. Andreas aber wünscht heute schon Beschlüsse aufgrund der bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe von Jonas Baier. Er wird von der Präsidentin darauf aufmerksam gemacht, dass dies aus formellen Gründen nicht möglich sei, und auf das Traktandum „Varia“ am Schluss der Mitgliederversammlung verwiesen.

– Antrag 3 von Claudio Graf und Hans Leuenberger:
Gründung einer Arbeitsgruppe „Leitbild und Zukunftswerkstatt“
Nach kurzer Diskussion wird dieser Antrag in Anbetracht dieser eher schwach besuchten Versammlung zurückgestellt. Von den Antragstellern ist zu diesem Zeitpunkt niemand anwesend.

– Antrag 3 von Andreas Rudin:
Ausschluss von Mitgliedern nur durch die Mitgliederversammlung
Andreas Rudin bringt seine Begründung (v.a. zu hohe Machtkonzentration beim Vorstand), und es werden die Vor- und Nachteile diskutiert.
Die Abstimmung über diese Änderungen der Statuten und Teilnahmeregeln ergibt 9 Ja und 7 Nein. Für die Annahme wäre eine 2/3-Mehrheit von 11 Ja erforderlich gewesen; der Antrag ist damit abgelehnt.

– Antrag 4 von Andreas Rudin:
Die Möglichkeit schaffen, grössere Beträge ohne Umlaufsicherung zu parkieren
und Darlehen zu vergeben.

Dieser Antrag enthält eigentlich zwei voneinander unabhängige Änderungsvorschläge: zum Einen die im Antrag nicht näher ausformulierte Idee, dass ein Teil des Guthabens eines Mitglieds auf ein zweites persönliches Konto („Alters-Sparkonto“) verschoben werden könnte, welches keiner Umlaufsicherungsgebühr unterläge. Zum Anderen den Vorschlag in Form zweier zusätzlicher Absätze der Teilnahmeregeln, dass Mitglieder mit einem Guthaben über Tt. 500 (bzw. über Tt. 1000 für Geschäftskonten) einen beliebigen Betrag „zur Darlehensvergabe freigeben“ könnten.
Es wird engagiert über Sinn und Unsinn dieses Antrags diskutiert. Der Vorstand und der Sekretär geben zu bedenken, dass die erstere Idee zur Umsetzung eine andere Trägerschaft benötigen würde als unseren Verein. Der Antragsteller argumentiert, die heutige Regelung benachteilige diejenigen mit attraktiven Angeboten; die Möglichkeit, Talente parkieren oder verleihen zu können, würde diejenigen mit vielen Talenten motivieren, weiterhin attraktive Angebote zu machen.
Auf der Gegnerseite heisst es, Darlehen seien unnötig, da man auch unabhängig davon ein höheres Kreditlimit bekommen könne. Es werden auch Bedenken geäussert, ob der Verein nach Annahme des Antrags noch genügend Talente einnehmen würde, da ein erheblicher Teil der Umlaufsicherung wegfiele.

Nach der Diskussion schlägt die Präsidentin einen neuen, zweigeteilten Abstimmungsmodus vor.
Zunächst wird über den Antrag an sich, d.h. die Änderung der Teilnahmeregeln durch die beiden zusätzlichen Absätze, welche Darlehen betreffen, abgestimmt. Mit 7 Ja zu 10 Nein bei einer Enthaltung wird dieser abgelehnt. In der zweiten Abstimmung delegiert die Mitgliederversamm-lung das Erarbeiten der Grundlagen für ein mögliches Alters-Sparkonto ohne Umlaufsicherung sowie für eine allfällige andere Form von „Darlehen“ einer Arbeitsgruppe, und zwar mit 16 Ja zu 2 Nein. Diese Arbeitsgruppe soll einen detaillierten Antrag für die nächste MV ausarbeiten.
Es wird als sinnvoll angesehen, dass die bereits für andere Finanzierungsfragen gebildete, von Jonas Baier geleitete Arbeitsgruppe, der neben ihm bis jetzt nur Hans Leuenberger und Claudio Graf angehören, sich auch dieser Thematik annimmt. Andreas Rudin und Walter Wobmann, welche beide vor etwa 8 bis 10 Jahren bereits einer ähnlichen Arbeits- oder Diskussionsgruppe („Reformgruppe“) angehört hatten, aus der aber nie ein Vorschlag umgesetzt wurde, sind bereit, sich zu beteiligen.

– Antrag 5 von Andreas Rudin:
Talent soll in Stunden bzw. Zeit geändert werden.
Auch hier verkünden alle ihre Meinung zum Thema. Es herrscht Uneinigkeit über die ideologischen und praktischen Konsequenzen dieser sehr einschneidenden vorgeschlagenen Änderung. Den Befürwortern geht es vor allem um einen Wechsel im Kopf, ein Zeichen, dass wir uns nicht länger am zinsbelasteten Franken anlehnen möchten. Während Teile des Vorstands bereits den Zweckartikel in Gefahr sehen, meint der Sekretär, dass in Anbetracht der mangelnden Angebotsdichte sich bis jetzt sowieso kein „Markt“ im wirtschaftlichen Sinne habe bilden können und es demzufolge völlig egal sei, ob unsere Währung sich an der Landeswährung anlehnte oder in (verhandelbaren) Zeiteinheiten gemessen würde.
Aus formellen Gründen kann nicht über den eingereichten Antrag, sondern nur darüber abgestimmt werden, ob eine Gruppe eingesetzt werden soll, welche in der Vereinsbasis eine Meinungsbildung zu diesem Thema initiieren soll. Dies wurde mit 13 Nein gegen 5 Ja abgelehnt. Andreas Rudin bedauert die „verpasste Chance“, während sich die Mehrheit erleichtert zeigt, dass aus TALENT kein Zeittauschkreis wird.

Unter Varia informiert Jonas Baier über das bisherige Ergebnis seiner Arbeitsgruppe, das sich mit dem Vorschlag „Neuer Mitgliederbeitrag ab 2014: Fr. 20.- + Tt. 30.-“ zusammenfassen lässt.

Lenzburg, 24./25. 6. 2013

für das Protokoll: gez. Rainer Rieder